Ein langer Tag in Uniform

Für einige Kameraden begann ein langer Tag schon in aller früh am Samstag den 22. März 2014. Gegen drei Uhr, als noch die Sonne hinterm Horizont versteckt lag, klingelten in ein paar Schlafzimmern der Partnergemeinde Illingen schon die Wecker. Drei Kameraden machten sich auf den langen Weg aus Baden-Württemberg in unsere kleine Gemeinde um den Feuerwehren des oberen Sprottentals einiges beizubringen.
Pünktlich um 8.00 Uhr trafen sich so etwa dreißig Kameraden verschiedenster Wehren um in einer ganztägigen Übung gemeinsam zu üben. Manch ein Kamerad hatte auch um diese Zeit noch schläfrige Augen. In verschiedenen Stationen wurde so das bisher Erlernte und Erfahrene aus dem Feuerwehrdienst abverlangt. Der Transport von Schläuchen im Innenangriff, die verschiedenen Aufgaben der unterschiedlichen Trupps im Löscheinsatz und der Umgang mit technischem Rettungsgerät wurden hierbei nochmal gefestigt. Für Letzteres hatten sich die Kameraden aus Illingen etwas Besonderes einfallen lassen. In Zusammenarbeit musste eine Gruppe ein komplettes Auto so manövrieren, dass es abschließend auf 16 Bierbüchsen stehen konnte. Mit viel Ideenreichtum und Geschick gelang es letztendlich allen, so dass auch nur wenige der Büchsen unter den Reifen des Versuchsobjektes zerdrückt wurden.
Nach einem ereignisreichen Vormittag gab es dann zunächst am Gerätehaus eine ordentliche Stärkung. Die Kameraden Ullrich und Grit Walter sowie einige Jugendkameraden hatten gegrillt und Brötchen frisch aufgebacken. Viele der Anwesenden konnten hier die erste, und mancher auch die zweite und dritte Roster des Jahres 2014  essen.
Manch einer staunte nicht schlecht, als man sich gerade verabschieden wollte. Obwohl viele schon mit dem Ende der Ausbildung gerechnet hatten, riefen die Sirenen nun zu einem Übungs-Brand in den Kindergarten der Gemeinde. Mehrere Wehren zusammen sorgten nun unter Anleitung von Einsatzleiter K. Schnelle für eine Wasserversorgung aus dem bunt bemalten Hydranten am Kinderspielplatz und aus der Sprotte. Die Kameraden der eigenen Wehr waren es, welche unter Atemschutz in den Keller der Kita „Maxl“ vordrangen. Mit vollgepackten Händen, einen langen mit Wasser gefüllten Schlauch, einer Maske im Gesicht und einer Sauerstoffflasche auf dem Rücken, gingen es truppweise dicht am Boden in den dichten Qualm hinein. Bei einer Sichtweite von weniger als einen halben Meter war es schwer die zwei vermissten Personen retten zu können. Es brauchte letztendlich das Wissen um die richtige Vorgehensweise und viel Kraft um beide Personen retten zu können. Den jungen Männern war anschließend die Anstrengung deutlich anzusehen. Sichtlich erschöpft setzten sie sich und halfen sich gegenseitig von der Last der lebensrettenden Geräte zu befreien. „Trotz dessen sind diese Einsatzübungen immer wieder ein Erlebnis und machen richtig Spaß – ein Wunder fast, dass man selbst nichts dafür bezahlen muss!“ so einer der jungen Feuerwehrmänner.
Anschließende wurden alle Sachen wieder verpackt. Doch noch immer hieß es nicht „Feierabend“, denn auf dem Gelände der Agrargenossenschaft in Wettelswalde wurde ein Verkehrsunfall nachgestellt. Mit dem hydraulischen Rettungsgerät und der Anleitung einer Ärztin gelang es auch hier eine eingeklemmte Person aus dem umgekippten Fahrzeug zu retten.
Zur abschließenden Auswertung fand man sich nochmals im Gerätehaus ein. Hier war der allgemeine Tenor der Veranstaltung sehr positiv, und man beschloss dies für die Zukunft festzuhalten. Ein ganz großer Dank aber gilt den drei Kameraden der Partnerwehr aus Illingen, die viel Zeit und Mühe opferten um die Kameraden des Sprottentals an diesem Tag auszubilden, zu fördern und zu fordern.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.