Wo andere aufgeben, gehen sie bis ans Limit

Zwischen Osterfeuer und Maibaum setzen gab es für acht Kameraden unserer Wehr einen weiteren Höhepunkt, es stand die alljährliche taktische und körperliche Prüfung für die Atemschutzgeräteträger in der Brandübungsanlage an. Nachdem wir im letzten Jahr schon den Brandcontainer im Feuerwehrtechnischen Zentrum in Borna (Sachsen) besucht und super Erfahrungen sammeln konnten, stand für uns dieses Jahr fest, wir trainieren im sogenannten „Käfig“ wieder in Borna. Die letzten Jahre bewältigten wir diesen echten Härtetest immer in der Thüringer Landes- Feuerwehr- und Katastrophenschutz-Schule Bad Köstritz, aber die Vorteile im FTZ Borna machen die längere Anreise mehr als wett. So werden uns im FTZ die kompletten Pressluftgeräte  inkl. Flaschen und Füllung, sowie die Atemschutzmasken bereitgestellt. Des weiteren sind zwei Ausbilder sowie ein Sanitätsteam zur Kontrolle und Überwachung vor Ort.
Abfahrt war am frühen Morgen, für einige war dies schon die erste große Anstrengung an diesem Tag. In der Übungsanlage gab es eine genaue Einweisung, zusammen mit Kameraden von den Wehren aus Vollmershain und Heukewalde. Nachdem die Einsatztrupps festgelegt waren, ging es an die obligatorische Voruntersuchung. Bis hier wurde noch der ein oder andere Scherz gemacht, doch dies sollte sich bald ändern, da es für die ersten Kameraden schnell ans Eingemachte ging. Unter Anwendung taktischer Vorgehensweisen musste eine Kriech-, Kletter- und Hindernis-Strecke bewältigt werden. Doch damit nicht genug. Um den Ernstfall so einsatznah wie möglich zu simulieren, wurde die Anlage zusätzlich noch beheizt und vernebelt sowie mit Geräuschen beschallt. Hier ist der ein oder andere Kamerad schon fast an seine Leistungsgrenze gestoßen. Danach war aber immer noch nicht Schluss. Immer noch unter Atemschutz stehend, musste ein Fitness-Parcours mit Laufband, Endlosleiter, Stepper, Fahrrad und Oberarm-Ergometer bewältigt werden. Hier zeigte sich, wer sportlich halbwegs fit ist, wer über seine Leistungsgrenze hinaus gehen kann und wer einfach auch mal einen schlechten Tag hatte. Dies alles können wir für den Einsatz im Ernstfall mit in Betracht ziehen und danach unsere benötigten Einsatzkräfte planen oder nachfordern. Nach kurzer Verschnaufpause mussten alle nochmal zur ärztlichen Nachkontrolle, hier ging es den meisten schon besser und man sah das ein oder andere Lächeln wieder in den Gesichtern. Wir alle waren uns hinterher einig, so einen extremen Test für den Ernstfall hatten wir noch nie, dagegen war Bad Köstritz bis jetzt immer recht harmlos. Durch diese Belastung bis ans äußerste Limit wurde uns wieder einmal bewusst, dass dies jederzeit auch so in einem richtigen Einsatz passieren kann und wir nun wissen, wo unsere Stärken und Schwächen liegen und daran arbeiten können.

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