Juli 27, 2019

Vorbeugender Brandschutz – Was kann jeder zu Hause selbst tun?

Kerzen und offenes Feuer vermeiden und billige Elektrogeräte aus Fernost „scharf unter die Lupe nehmen“!

  • Lasst Kerzen, Adventskränze, Räucherkerzen usw. nicht unbeaufsichtigt abbrennen.
  • Benutzt immer eine sichere Halterung, ein feuerfestes Gefäß und brandfeste Unterlagen für den Gebrauch von Kerzen und Räucherkerzen.
  • So schön das in der Weihnachtszeit aussieht, aber Kerzen in Naturgestecken (Tannenzweigen) sind äußerst gefährlich. Trockene Äste fangen innerhalb weniger Sekunden volles Feuer, das sich auch in Sekunden auf das ganze Zimmer ausbreiten kann!
  • Große Vorsicht ist bei offenen Flammen und Haustieren geboten. Tiere können Lichter umwerfen und Brände verursachen. Sei es der Kanarienvogel oder Hund und Katze.
  • Echtkerzen auf dem Weihnachtsbaum sind grundsätzlich zu unterlassen! Tradition hin oder her…
  • Achtet bei elektrischer Beleuchtung sowie grundsätzlich bei billigen Geräten aus Fernost, die derzeit den Handel „überschwemmen“, auf ein Prüfzeichen und euren gesunden Menschenverstand. Eine Lichterkette mit Fernbedienung und großem Netzteil oder eine Mehrfachsteckdosenleiste für 5 Euro kann nicht qualitativ hochwertig hergestellt worden sein und auf Dauer sicher funktionieren. Diese und viele andere Geräte können überhitzen und Feuer fangen. Auch hier gilt ganz allgemein, lasst solche elektrischen Geräte/Verbraucher nicht unbeaufsichtigt in Betrieb.
  • Eine Lichterkette hat nichts direkt auf der Gardine oder zwischen der Watte auf der Fensterbank zu suchen.
  • Kontrolliert elektrische Geräte immer auf deren Temperatur. Ein Netzteil oder eine LED-Lichterkette sollte niemals so warm werden, dass es nicht mehr angefasst werden kann.

Einen Fettbrand vermeiden bzw. richtig handeln

  • Angebranntes Essen auf dem Herd kann fatale Folgen haben – wenn man nicht richtig handelt! Der Fettbrand ist dabei das gefährlichste, was in der Küche passieren kann. Fett fängt ab ca. 300 Grad von allein an zu brennen. Kurz vorher ist schon eine Rauchentwicklung wahrnehmbar.
  • So wird richtig gehandelt:
    • Mit einem Topf- oder Pfannendeckel kann das Feuer sicher und sofort erstickt werden!
    • Nehmt den passenden Topf- oder Pfannendeckel und setzt diesen auf den Topf, in dem die Flamme oder die starke Rauchentwicklung entstanden ist.
    • Zieht den Topf beiseite auf eine kalte Platte oder schafft die Pfanne mit Deckel nach Möglichkeit nach draußen auf einen feuerfesten Untergrund.
    • Hebt den Deckel nicht an, bevor das Kochgeschirr erkaltet ist!
  • und das solltet ihr auf keinen Fall tun:
    • NIEMALS SOLLTE MAN VERSUCHEN BRENNENDES FETT MIT WASSER ZU LÖSCHEN!

Akkus, Batterien und Ladegeräte

  • Akkutechnik ist heutzutage nicht mehr wegzudenken. Ob das Handy, der Akkuschrauber, die Heckenschere, der Laptop, die Haarschneidemaschine oder die Powerbank, fast alle nutzen mittlerweile Lithium-Ionen-Technologie. Diese Akkus bieten viel Energie, sind grundsätzlich sicher, aber können bei Beschädigungen oder nicht sachgemäßem Umgang Brände verursachen.
  • Lasst die Akkus nicht unbeaufsichtigt laden und ladet nur bis diese voll sind. Ein Überladen kann Beschädigungen nach sich ziehen.
  • Verwendet nach Möglichkeit nur Original-Ladegeräte, bei denen der Ladestrom und die Spannung auch zum Akku passt.
  • Heruntergefallene Akkus und Batterien aus großer Höhe oder mit sichtlichen Beschädigungen sind aus dem Verkehr zu ziehen.
  • Akkus und Geräte mit integriertem Akku (Handy) keiner großen Hitzeeinwirkung aussetzen (z.B. im Sommer auf dem Armaturenbrett hinter der Autoscheibe)
  • Entsorgt Akkus und Batterien nicht im Hausmüll. Am Gemeindeamt in Thonhausen steht dafür eine Akkubox bereit. Vor der fachgerechten Entsorgung sind der Plus- und Minuspol mit einem Klebeband abzukleben, um einen Kurzschluss zu vermeiden.
  • Selbst eine 3V Lithium-Knopfzelle kann bei Kurzschluss und nicht sachgerechter Lagerung oder Entsorgung einen Brand verursachen!

Rauchwarnmelder (oder auch Rauchmelder genannt) und CO-Melder (Kohlenmonoxid-Melder) anbringen!

  • Warum?
    • Rauchmelder schlagen schon bei Entstehung eines Brandes Alarm und nicht erst, wenn es zu spät ist.
    • CO-Melder warnen zuverlässig vor einer nicht sichtbaren, nicht schmeckbaren und nicht riechbaren Gefahr, dem Kohlenmonoxid. Dies entsteht bei einer Verbrennung mit unzureichender Sauerstoffzufuhr oder umgangssprachlich auch bei einer unvollständigen Verbrennung.
  • Die richtige Auswahl und Anbringung
    • Informiert euch vor dem Kauf über aktuelle Modelle und deren Vor- und Nachteile.
    • Grundsätzlich sind Rauchmelder und CO-Melder mit einer 10-Jahres Batterie empfehlenswert.
    • Gerade auf dem Dorf mit eigenem Haus und Nebengebäude(n) kann es sinnvoll sein, Modelle mit Funkvernetzung zu installieren. Diese haben den Vorteil, dass ein Melder alle anderen mit Funkmodul ebenfalls auslöst und so ein Brand im Obergeschoss auch im Erdgeschoss wahrnehmbar (hörbar) ist.
    • CO-Melder haben ihren sinnvollen Einsatzzweck vor allem bei gut isolierten Häusern mit jeglicher Art einer Verbrennungsheizung (Gas, Kohle, Holz, Öl und Kamin).
    • Das richtige Anbringen ist bei allen guten Geräten in der Bedienungsanleitung nachlesbar und bebildert ausgewiesen.
    • Entgegen vielen Meinungen kann auch in der Küche ein Rauchmelder angebracht werden (z.B. bei bestehender Abzugshaube mit Abzug nach draußen). Denkt daran, dass dort die Brandgefahr am höchsten ist. (Essen kann anbrennen, Toaster, Waffeleisen, das Essen im Herd und Wasserkocher können Feuer fangen.) Für konkrete Fragen stehen wir euch gerne zur Verfügung.
    • Ein Rauchmelder und CO-Melder muss regelmäßig selbst getestet werden. Dafür gibt es an jedem Model eine Prüftaste. Diese gibt Aufschluss darüber, ob der Melder überhaupt noch funktioniert. Durch Verschmutzung, leere Batterien o.ä. kann die Funktionsweise eingeschränkt sein.
  • Was tun, wenn dieser Melder „Alarm schlägt“?
    • Oberstes Gebot: Bringt euch nicht selber in Gefahr und bewahrt Ruhe!
    • Schaut nach der Ursache. Auch ein Fehlalarm ist nicht ausgeschlossen.
    • Wenn ein Brand entsteht und ihr noch die Möglichkeit habt, unternehmt einen Löschversuch mit dem Feuerlöscher (siehe weiter unten).
    • Ruft im Ernstfall immer eure FEUERWEHR Thonhausen-Schönhaide unter der Nummer 112.
    • Wenn wir kommen und ihr habt euch inzwischen selbst helfen können, ist das nicht schlimm. Besser so, als wenn ihr zögert und uns zu spät alarmiert. Bedenkt: Wir brauchen ein paar Minuten bis zum Eintreffen…
    • Könnt ihr selber nichts mehr tun, dann bringt euch und andere in Sicherheit nach draußen, verschließt die Tür zu dem Zimmer wo es brennt, und weist uns bei Eintreffen ein. Behaltet im Hinterkopf, wer alles noch im Haus sein könnte (Mehrfamilienhaus). Je mehr Informationen wir beim Eintreffen bekommen, umso schneller und gezielter können wir vorgehen.

Feuerlöscher und andere Löschmittel bereithalten

  • Warum?
    • Ganz einfach, weil ihr damit selbst schnell handeln könnt solange ein Brand noch in der Entstehung ist! Wie oben genannt, können euch Rauchmelder frühzeitig warnen, aber mit der Warnung allein ist es nicht getan. Ruft die Feuerwehr und unternehmt einen Löschversuch mit dem Feuerlöscher, wenn ihr euch dabei nicht in Gefahr bringt!
    • Auch ein kleiner Feuerlöscher im Auto kann euch oder anderen das Leben retten.
  • Die richtige Auswahl, Aufstellung und Übung mit dem Umgang
    • Feuerlöscher gibt es mittlerweile überall zu kaufen. Im Baumarkt, Fachhandel und Internet. Wichtig hierbei ist, wie bei den Rauchmeldern auch, sich vorher zu informieren und nicht unbedingt nach dem günstigsten Preis Ausschau zu halten.
    • Die richtige Auswahl des enthaltenen Löschmittels kommt auf den Einsatzzweck an. Fettbrandlöscher machen z.B. in Küchen Sinn, CO2-Löscher an elektrischen Anlagen wie dem Aufstellort des Wechselrichters für die PV-Anlage; Schaum und Pulverlöscher für vielseitige Anwendungen.
    • Schaut euch hier die Vor- und Nachteile an. Pulverlöscher hinterlassen viel Dreck und Arbeit nach deren Einsatz und Schaumlöscher haben evtl. nicht genügend Löschkraft für den vorgesehenen Einsatzzweck.
    • Hier entscheidet der Einzelfall und wir beraten euch gerne. Auf jeden Fall ist es besser, mindestens einen Feuerlöscher im Haus zu haben als gar keinen.
    • Wir führen regelmäßig Übungen zum Umgang durch. Fragt einfach über das Kontaktformular an. Den Umgang muss man üben, zumindest jedoch einmal vor dem Ernstfall gemacht haben.